5 Sekunden Runde - non-trauma Schockraum
Zusammenfassung des Artikels: Five seconds to safety: detecting and managing critical instability before structured handover in non-trauma patients
Der Artikel beschreibt das Konzept der „5‑second round“ als kurzen, strukturierten Sicherheits‑Check unmittelbar vor der Übergabe im Schockraum, um kritische Instabilität frühzeitig zu erkennen und zuerst zu behandeln.
Kernaussage
In den letzten Jahren wurden strukturierte Übergabekonzepte als wichtiger Baustein der Patientensicherheit im Schockraum etabliert; die „5‑second round“ ergänzt diese, indem der Teamleader in wenigen Sekunden prüft, ob der Patient stabil genug für eine geordnete Übergabe ist oder ob zunächst lebensrettende Maßnahmen notwendig sind. Ursprünglich für Traumapatienten im Rahmen des European Trauma Course entwickelt, wird das Instrument nun auf kritisch kranke nicht‑traumatologische Patienten (CINT) übertragen und dafür inhaltlich angepasst.
Inhalt und Neuerungen
- Die „5‑second round“ ist ein aktiver Prozess der aufnehmenden Schockraum‑Crew und dient dazu, Fixierungsfehler zu vermeiden, akute Verschlechterungen zu erkennen und technische/organisatorische Risiken (z.B. Beatmungsalarme, Sauerstoff‑ oder Batteriemangel) rechtzeitig zu bemerken.
- Für CINT‑Patienten wird aus der ursprünglichen „Assessment Triangle“ ein „Diagnostic Diamond“ mit vier Elementen: soziale Interaktion, Atemarbeit, Hautkolorit und Monitoring (Vitalparameter), um „Red Flags“ vor Beginn der Übergabe zu identifizieren.
- Es sollen nur unmittelbar notwendige Interventionen durchgeführt werden, etwa Erhöhung des Sauerstoffflusses, einfache Atemwegsmaßnahmen, Bolusgabe von Katecholaminen („push‑dose pressor“), Krampf- oder Schmerztherapie; umfangreiche Maßnahmen wie CPR entsprechen einem „Plan B“ und gehen vor der strukturierten Übergabe.
- Der Teamleader soll Beginn und Ende der „5‑second round“ klar und wertschätzend kommunizieren (Closed‑Loop‑Kommunikation), damit EMS und Schockraum‑Team den Prozess nicht als kontrollierend, sondern als gemeinsamen Beitrag zur Patientensicherheit erleben.
Implementierung und Ausblick
- Die Etablierung gelingt am besten über interprofessionelle Schulungen und Simulationstrainings, etwa im Rahmen des Advanced Critical Illness Life Support (ACiLS)‑Kurses, in dem die „5‑second round“ fest verankert ist.
- Systematische Studien zur Wirksamkeit fehlen bislang; die Autoren sehen die „5‑second round“ jedoch als einfaches, lehr‑ und lernbares Werkzeug, das strukturierte Kommunikation stärkt und potenziell vermeidbare Zwischenfälle während der Übergabe reduziert.
Den original Artikel finden Sie hier: https://link.springer.com/article/10.1186/s13049-026-01545-0